arte setzt ein interaktives Zeichen: Gaza-Sderot - Das Leben trotz allem
Montag, Januar 26th, 2009von Babette Hnup
Nach der drei Wochen andauernden Militäroffensive begann Israel am 18. Januar 2009 mit dem Abzug seiner Truppen aus dem Gazastreifen. Zurück bleiben Verwüstung, Elend und mehr als tausend Tote.
Die Fernsehnachrichten übertrugen den Krieg zwar tagtäglich in unsere Wohnzimmer, die Bilder der Zerstörung konnten das Ausmaß der Tragik jedoch nicht begreifbar machen. Ein Arte-Dokumentarfilm, der vor dem Ausbruch des Krieges gedreht wurde, bringt uns nun die Menschen aus diesem Krisengebiet näher, beiderseits der Grenzlinie.
In 80 Videos kann man die Einzelschicksale der Bewohner von Gaza (Palästina) und Sderot (Israel) mitverfolgen. Zwei Monate lang filmten israelische und palästinensische Kamerateams den Alltag in den zwei Städten, die nur drei Kilometer von einander entfernt liegen.
“Gaza-Sderot: Das Leben trotz allem” wurde nicht im TV ausgestrahlt und ist bisher nur auf der Arte-Webseite zu sehen.
Die Seite wurde interaktiv gestaltet und der Zuschauer kann zwischen zeitlichem Ablauf, Portraits, Orten oder Themenkomplexen wählen. Er entscheidet selbst ob er einen Einblick in das Leben der angehenden Journalistin Heba in Gaza bekommen möchte oder in das von Saron, dem israelischen Lebensmittelverkäufer.
Die Webseite existiert in fünf Sprachen (deutsch, französisch, englisch,arabisch und hebräisch) und die Besucher haben die Möglichkeit Kommentare zu hinterlassen, Videos zu exportieren und parallel auf Google Maps die Region zu entdecken. Das Projekt bekam den Prix Europa 2008 in der Kategorie “Emerging Media”.
Mit Ausbruch des Krieges endet die Doku. Der Produzent weiss um das Wohlergehen der israelischen Protagonisten, konnte jedoch keinen Kontakt zum Gazastreifen aufrechterhalten.







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