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Wie verändert die digitale Revolution die Medien?

Freitag, Dezember 4th, 2009
Das war drei Tage lang das Thema beim „Festival Européen des 4 écrans“. Der Titel „4 Screens European Festival“- steht symbolisch für  TV, Kino, Internet und Mobiltelefon.

In Konferenzen und Workshops erklärten renommierte Journalisten den Einfluss des Web auf die „klassischen Medien“ und die daraus resultierenden Tendenzen. Babette Hnup war dabei und hat die neuesten Entwicklungen für uns dokumentiert.

Die Zukunft der klassischen Presselandschaft analysierte Nick Bilton, Forscher bei „New York Times Research“. Seine Kernfrage: Wie können Papier und Online nebeneinander bestehen oder sogar voneinander profitieren? Das Zauberwort heisst auch hier Web 2.0. Twitter ergänzt bereits die Agenturmeldungen und für Bilton besteht kein Zweifel, dass die „next generation“ ihre Zeitung nur noch auf dem Handy lesen wird.
Rory Cellan Jones, BBC-Urgestein und Autor des populären Technologie-Blogs dot.life, zeigte die Veränderungen eines grossen TV-Senders, der ohne Audience-Content (Inhalte, die von den Zuschauern zur Verfügung gestellt werden) heute gar nicht mehr arbeiten kann.

Den spannendsten Workshop aber hielt Joel Ronez, Web-Verantwortlicher bei Arte, zum Thema Webdocumentaries . Arte Web emanzipiert sich vom TV-Sender und erweitert 2010 ganz gewaltig sein Budget für Webdokus. Der Erfolg des Projekts „Gaza-Sderot“ motivierte Arte Web in acht bis zehn ähnliche Projekte zu investieren.

Dazu gewährte Ronez einen ersten Einblick in das Format Prison Valley, ein packender Dokumentarfilm über eine Gefängnisstadt in den USA,  der ab 1. Mai 2010 online zu sehen ist. Ebenfalls in Planung auf arte.tv: eine neue Online-Videothek, die auch Emotional Ratings ermöglichen wird.
Das Erfolgsrezept für gute Webdokus besteht laut Ronez aus drei Zutaten:

Erstens: die Taktik des „Reverse Broadcasting“ -also zuerst den Online-Auftritt und dann die Ausstrahlung im TV wagen.
Zweitens: Videos, Photos, Musik,  und O-Töne  kreativer kombinieren -
Und drittens: die User über Plattformen wie Facebook und Twitter schon während der journalistischen Vorbereitungen, also schon in der Recherchephase in die Entstehung der Doku einbeziehen (wie freeeye.tv bei “Mit 80.000 Fragen um die Welt“).

In Frankreich erleben die Webdokus derzeit einen ernormen Boom. Ausgelöst wurde dieser 2008 von Honkytonk Film: mit ihrer preisgekrönten „Journey to the end of coal“. Wir stellen eine Auswahl an kreativen Web-Produktionen vor, die im Wettbewerb des Festivals liefen:

http://www.livingwiththeinfidels.com/media/ (1.Preis)

http://camerawar.tv/ (2. Preis)

http://doxwise3urope.wordpress.com/

http://honkytonk.fr/index.php/thebigissue/

http://www2.tokem.fi/lonnrot/english/

http://www.rosalinde-laserie.com/

http://www.theironcurtaindiaries.org/